Was ausländische Online-Casinos in Österreich 2026 wirklich bedeuten
Wer in Österreich online spielen will, trifft auf eine ungewohnte Konstruktion. Das Glücksspielgesetz (GSpG) vergibt die Online-Konzession für „elektronische Lotterien“ nach § 12a GSpG als Monopol, und dieses Monopol hält die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. mit der Marke win2day. Der vorliegende Text geht nicht davon aus, dass Malta-Lizenz gleich EU-Recht gleich Spielen in Österreich bedeutet — er geht vom § 12a GSpG aus und fragt, was diese Bestimmung derzeit für den konkreten Spieler bedeutet.

Gültig ab 30 September 2026; geprüft gegen das Glücksspielgesetz (GSpG), das Impressum von win2day sowie die Register der genannten Betreiber.
Inhaltsverzeichnis
- Rechtslage: was die österreichische Konzession tatsächlich regelt
- Spielerschutz: was win2day vorschreibt und was die Branche sonst nicht bietet
- Funktionsweise: was win2day tatsächlich leistet und woran es sich messen lässt
- Grundprinzip der Vergleichstafel: was die Plattform je nach Status leistet
- Die Marken, die ein österreichischer Spieler tatsächlich sieht
- Das Limit- und Verlustband auf win2day
- Häufig gestellte Fragen
Rechtslage: was die österreichische Konzession tatsächlich regelt
Das österreichische Glücksspielrecht kennt zwei Ebenen, die in der Werbung verschwimmen. Die eine ist die österreichische Konzession nach § 12a GSpG, die andere ist jede ausländische Lizenz, und nur eine davon deckt das Angebot an einen Spieler mit Wohnsitz in Österreich ab. Wer die zweite vorzeigt, zeigt eine Lizenz, die im Inland nicht greift.
Die Konzession als Monopol, nicht als Marktsegment
Die Online-Konzession ist als Monopol konstruiert. Der Bundesminister für Finanzen vergibt sie, die Konzession läuft befristet, und sie liegt derzeit bei der Österreichischen Lotterien Gesellschaft m.b.H. (Firmenbuch Wien FN 54472 g, Rennweg 44, 1038 Wien). Das Produkt heißt win2day und läuft bis zum 30. September 2027. Wer in Österreich online spielt, ohne auf win2day zu setzen, bewegt sich ausserhalb dieses Rahmens — auch wenn das Casino eine MGA-Lizenz in Malta, eine britische bei der Gambling Commission oder eine RGL-Nummer aus Gibraltar vorweist. Diese Lizenzen regulieren das Angebot im Ausland, nicht in Österreich.
Was die Gerichte daraus gemacht haben
Der Oberste Gerichtshof hat am 22. Juni 2021 unter 1 Ob 229/20p und am 25. Juni 2021 (zwei Verfahren gegen unlizenzierte Anbieter, darunter ElectraWorks/bwin) Spielverträge mit unlizenzierten Online-Casinos für nichtig erklärt. Ein Spieler erhielt rund eine Million Euro zurück, eine Burgenländerin etwa 73.000 Euro. In einer weiteren Causa klagte ein Spieler gegen bet-at-home auf Rückzahlung von rund 950.000 Euro aus Online-Roulette-Verlusten ab 2011; das Oberlandesgericht Linz entschied zugunsten des Spielers, der Oberste Gerichtshof verwies die Sache jedoch wiederholt an die erste Instanz zurück.
Wer einen Vertrag mit einem unlizenzierten Anbieter schliesst, schliesst einen nichtigen Vertrag — und das gilt in beide Richtungen. Der Anbieter kann im Prinzip auch ausgezahlte Gewinne zurückfordern, weil auch er sich auf die Nichtigkeit berufen darf. Die Praxis zeigt, dass Anbieter das in Österreich selten tun, weil sie andernfalls ihre Marktstellung offenlegen müssten. Der Spieler hingegen hat einen klaren Rückforderungsanspruch, solange die Verjährung nicht eingetreten ist.
Der Reformentwurf als Hintergrund, nicht als Tatsache
Am 4. August 2026 wurde der Gesetzesentwurf zur Novelle des Glücksspielgesetzes der Europäischen Kommission zur Notifizierung übermittelt. Danach gilt eine dreimonatige Stillhaltefrist, vor deren Ablauf keine parlamentarische Beschlussfassung erfolgen kann. Der Entwurf sieht eine unabhängige Behörde und offene Fünf-Jahres-Lizenzen ab dem 1. Oktober 2027 vor. Das ist ein Entwurf, kein Gesetz, und die Stillhaltefrist entscheidet, wann überhaupt beraten werden darf. Wer heute spielt, spielt unter dem geltenden Recht, nicht unter dem Entwurf.
Was die Werbung verschweigt: Werbung ausländischer Anbieter
§ 56 GSpG verpflichtet Lizenznehmer zu einem „verantwortungsvollen Massstab“ in der Werbung und verbietet Werbung für unlizenziertes Glücksspiel. Wer also auf einer österreichischen Seite Werbung für ein Malta-Casino sieht, sieht Werbung, die das Gesetz ausdrücklich untersagt. Die Werbung ist der deutlichste Hinweis darauf, dass das Angebot nicht von der österreichischen Konzession gedeckt ist.
Spielerschutz: was win2day vorschreibt und was die Branche sonst nicht bietet
Wer auf win2day spielt, akzeptiert Werkzeuge, die andere Anbieter freiwillig nicht anbieten. Die Werkzeuge greifen vor der ersten Einzahlung und sind nicht abschaltbar. Wer sie nicht will, muss auf win2day verzichten — und damit auf die einzige in Österreich konzessionierte Plattform.

Verpflichtende Limits vor Spielbeginn
Bevor auf win2day überhaupt gespielt wird, verlangt die Plattform ein Einzahlungslimit und ein tägliches Spieldauer-Limit. Beide Limits sind Pflicht. Das Einzahlungslimit ist im Stundentakt individuell festlegbar, das tägliche Spieldauer-Limit ebenfalls. Eine Reduktion des Einzahlungslimits wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach mindestens 24 Stunden, eine weitere Erhöhung frühestens nach 7 Tagen. Eine Erhöhung des täglichen Spieldauer-Limits erfordert eine Wartezeit von 72 Stunden. Diese Wartezeiten sind kein Bonus, sie sind das Gegenteil — sie sind die Bremse.
Altersgrenzen und Identitätsprüfung
Die Registrierung ist erst ab 18 Jahren möglich. Wer unter 26 ist, kann maximal 250 Euro pro Woche einzahlen, und das Limit wird jeden Freitag um 0:00 Uhr zurückgesetzt. Wer 26 oder älter ist, liegt mit dem Einzahlungslimit zwischen 1 Euro und 1.680 Euro pro Kalendermonat. Eine Erhöhung über 1.680 Euro monatlich setzt voraus, dass der Kontoinhaber mindestens 26 Jahre alt ist, keine aktive Einschränkung besteht, in den vorangegangenen 12 Monaten keine Einschränkung vorlag und das Konto verifiziert ist. Die Verifizierung ist nicht symbolisch — sie verlangt einen Identitätsnachweis, etwa über ID Austria, Online-Banking, Foto-Ident mit Chip, Video-Ident oder offline an WINWIN-Standorten, in Kundencentern oder per Ident.Brief.
Die Identitätsprüfung ist zwingend vor der ersten Auszahlung, bei einer Limiterhöhung über 1.680 Euro monatlich sowie bei kumulierten Einzahlungen über 400 Euro ab 26 Jahren beziehungsweise über 250 Euro unter 26 Jahren. Anonym spielen geht auf win2day nicht. Wer anonymer spielen will, geht zu einem Anbieter ohne Konzession — und akzeptiert damit die Rechtslage des vorigen Abschnitts.
Werkzeuge, die ohne Verbotscharakter funktionieren
Das Tool MENTOR auf win2day zeigt Kontoinhabern Informationen zu finanziellem und zeitlichem Spielverlauf, ermöglicht eine Selbsteinschätzung im Vergleich zu anderen Nutzern und gibt Tipps, ohne Einschränkungen durchzusetzen. Eine Spielsperre kann für das gesamte Konto oder für einzelne Spielbereiche gesetzt werden, wirkt sofort, ist nicht rückgängig zu machen und endet automatisch nach Ablauf der gewählten Frist. Die Playsponsible-Initiative bietet Informationen und begleitende Hilfe bei problematischem Spielverhalten an. Was diese Werkzeuge gemeinsam haben: Sie sind auf win2day Standard, und sie sind anderswo kein Standard.
Wenn die Werkzeuge nicht reichen
Spielsuchthilfe ist unter (01) 544 13 57 von Montag bis Freitag zwischen 10.00 und 13.00 Uhr telefonisch erreichbar. Persönliche Termine sind von Montag bis Samstag zwischen 8.00 und 20.00 Uhr möglich. Wer in einer Krise anruft, erreicht keine Hotline eines Casinos, sondern eine externe Beratungsstelle. Die Stabsstelle für Spielerschutz im Bundesministerium für Finanzen (§ 1 Abs. 4 GSpG) ist die politische Anlaufstelle, nicht die operative.
Funktionsweise: was win2day tatsächlich leistet und woran es sich messen lässt
Wer in Österreich konzessioniert spielen will, landet bei win2day. Was dort angeboten wird, ist nicht das grösste Spielangebot der Branche — es ist das einzige legal erreichbare in Österreich. Die Plattform beschreibt ihre Funktionsweise selbst, und die folgende Darstellung übernimmt deren Angaben ohne Ausschmückung.

Konto, Einzahlung, Auszahlung
Win2day akzeptiert für Einzahlungen Kreditkarten (Visa, MasterCard, Diners Club), EPS-Überweisung, Paysafecard, Google Pay, Apple Pay, PayPal und EuroBon. Einzahlungstransaktionen werden in die Status „Durchgeführt“, „In Bearbeitung“ oder „Abgelehnt“ eingeteilt. Auszahlungen erfolgen ausschliesslich auf das hinterlegte Auszahlungskonto mit einer IBAN aus dem Europäischen Wirtschaftsraum. Win2day weist Auszahlungen im Regelfall innerhalb eines Werktages an; danach dauert die Weiterleitung durch die Bank meist ein bis zwei weitere Werktage, sodass das Geld in der Regel nach zwei bis drei Werktagen am Bankkonto ist. Win2day kennt keine Auszahlungslimits, das gesamte Guthaben kann jederzeit ausgezahlt werden. Ein- und Auszahlungen sind gebührenfrei.
Diese Sätze klingen wie ein Produktdatenblatt. Sie sind genau das — und sie sind die einzige seriöse Grundlage, auf der ein österreichischer Spieler entscheiden kann, was auf win2day passiert, wenn er auf „Auszahlen“ klickt. Wer auf einer ausländischen Plattform spielt, hat diese Daten nicht zur Hand, weil die Plattform sie ihm nicht geben muss.
Gewinne und ihre Besteuerung
Gewinne aus Glücksspielen privater Spieler sind in Österreich grundsätzlich nicht einkommensteuerpflichtig. Wer allerdings gewerblich spielt — wer also Einnahmen planmässig, mit Gewinnerzielungsabsicht und über einen längeren Zeitraum erzielt — kann als „Berufsspieler“ eingestuft werden und unterliegt dann der Einkommensteuer auf betriebliche Einkünfte. Die Glücksspielabgabe des Anbieters ist keine Spielergebühr und keine Steuer, die der Spieler trägt. Wer unsicher ist, ob sein Spiel gewerblich wird, fragt einen Steuerberater, nicht das Casino.
Was fehlt und warum
Es gibt kein Krypto auf win2day, kein anonymes Spiel, keine ausländische Lizenz, die für Österreich etwas äusserhalb der Konzession deckte. Die fehlenden Punkte sind kein Mangel, sie sind die Folge der Konzession. Wer diese Punkte sucht, sucht sie ausserhalb der Konzession, und dort wird er finden, was die Konzession ihm gerade entzieht — nämlich die Möglichkeit, den Vertrag im Streitfall durchzusetzen.
Grundprinzip der Vergleichstafel: was die Plattform je nach Status leistet
Die folgende Tafel ist keine Empfehlung, keine Rangliste und kein Werbeinstrument. Sie stellt nebeneinander, was über zehn Namen feststellbar ist: ihren österreichischen Status, ihre gerichtliche Spur in Österreich und ihre Eignung als Spielort nach dem GSpG. Wer dort liest, sieht, was die Plattform tatsächlich abdeckt und was sie unter österreichischem Recht nicht abdeckt.
| Marke | Österreichischer Status | Österreichische Gerichtsspur | Eignung als Spielort |
|---|---|---|---|
| win2day | Konzession § 12a GSpG, läuft bis 30.09.2027 | — | konzessioniert |
| bet-at-home | keine GSpG-Konzession | OLG Linz zugunsten des Spielers, OGH-Rückverweisung | nicht konzessioniert |
| Lottoland | keine GSpG-Konzession | — | nicht konzessioniert |
| Tipico | keine GSpG-Konzession | — | nicht konzessioniert |
| Betway | keine GSpG-Konzession | — | nicht konzessioniert |
| bet365 | keine GSpG-Konzession | — | nicht konzessioniert |
| Mr Green | keine GSpG-Konzession | Verurteilung Ende 2021, rechtskräftig 13.04.2022 | nicht konzessioniert |
| Tipp3 | Sportwette nach Landesrecht, keine GSpG-Konzession für Online-Casino | — | kein Online-Casino |
| LeoVegas | keine GSpG-Konzession | — | nicht konzessioniert |
| bwin (ElectraWorks) | keine GSpG-Konzession | OGH-Urteil 25.06.2021, rund 73.000 Euro zurück | nicht konzessioniert |
Die Tafel hat zwei Spalten, die in Marketingtexten verschwinden: den Status und die Gerichtsspur. Sie entscheiden, ob ein Spieler auf dieser Plattform einen durchsetzbaren Vertrag hat. Die Eignungsspalte ist die Folge der ersten beiden — und sie folgt mit derselben Härte wie die Konzession selbst.
Die Marken, die ein österreichischer Spieler tatsächlich sieht
Die folgenden Abschnitte beschreiben die Marken so, wie sie im österreichischen Alltag vorkommen. Sie empfehlen nichts und sie beurteilen nicht, ob jemand dort spielen soll. Sie sagen, was feststellbar ist.
win2day — die konzessionierte Plattform
Win2day ist die einzige in Österreich konzessionierte Plattform für Online-Glücksspiel und läuft bis zum 30. September 2027. Wer dort spielt, spielt innerhalb der § 12a GSpG-Konzession, mit Pflicht-Limits, mit Identitätsprüfung und mit dem gesamten Werkzeugkasten aus dem Abschnitt „Spielerschutz: was win2day vorschreibt und was die Branche sonst nicht bietet“. Die österreichische Steuerfrage ist für private Spieler entschieden, die Auszahlungsmechanik ist dokumentiert, die Einzahlungswege sind benannt. Was win2day nicht bietet, ist das, was die Konzession ausschliesst: Anonymität, Krypto, ausländische Lizenzen, und das Fehlen jeder Wartezeit vor einer Limiterhöhung. Wer auf win2day spielt, kauft die Sicherheit des Vertrags mit dem Verzicht auf die Werbung der Konkurrenz.
bet-at-home — kein österreichisches Online-Casino, aber eine Gerichtsakte
Bet-at-home hat in Österreich keine Konzession für Online-Casinospiele. Es ist auf dem Markt gesehen worden, und es hat österreichische Verfahren. Ein Spieler klagte auf Rückzahlung von rund 950.000 Euro aus Online-Roulette-Verlusten ab 2011; das Oberlandesgericht Linz entschied zugunsten des Spielers, der Oberste Gerichtshof verwies die Sache jedoch wiederholt an die erste Instanz zurück. Die Akte zeigt, dass österreichische Gerichte Spieler kennen, die klagen, und dass dieselben Gerichte die Sache zurückverweisen können, wenn die erste Instanz nicht alle Voraussetzungen geprüft hat. Wer dort gespielt hat, kann klagen — aber er muss es tun, und die Klage ist nicht garantiert.
Lottoland — kein österreichisches Online-Casino
Lottoland wird von EU Lotto Ltd betrieben, mit Sitz Office Suite A, Ocean Village Promenade, Gibraltar. Das Unternehmen hält die Lizenzen Betting RGL Nr. 066 und Gaming RGL Nr. 085, die auch die Marken Lottohelden und Sorte Online abdecken. Diese Lizenzen decken Gibraltar, nicht Österreich. Eine Konzession nach dem GSpG hat Lottoland nicht. Wer dort spielt, spielt ohne österreichische Konzession.
Tipico — kein österreichisches Online-Casino
Tipico Group Ltd. ist eine Gesellschaft maltesischen Rechts mit Sitz Tipico Tower, Vjal Portomaso, STJ 4011, St. Julian’s, Malta, eingetragen bei der Malta Business Registry unter der Nummer C75334. Die MGA-Lizenz deckt das Angebot in Malta und im EWR nach Massgabe der nationalen Regeln. In Österreich gibt es keine Konzession nach § 12a GSpG, also kein konzessioniertes Online-Casino von Tipico.
Betway — kein österreichisches Online-Casino
Betway Limited, mit Sitz 9 Empire Stadium Street, Gzira, GZR 1300, Malta, hält bei der britischen Gambling Commission unter Kontonummer 39372 aktive Fernglücksspiel-Lizenzen für Casino sowie General Betting Standard (Real und Virtual Event). Diese Lizenzen decken Grossbritannien. Eine Konzession nach dem GSpG hat Betway nicht.
bet365 — kein österreichisches Online-Casino
Bet365 wird von Hillside (Gibraltar) Ltd betrieben, Unit 1.1, First Floor, Waterport Place, 2 Europort Avenue, Gibraltar. Das Unternehmen hält die Remote-Glücksspiellizenzen RGL Nr. 76, 78, 129 und 130, die unter anderem bet365 Casino und bet365 Sports abdecken. Diese Lizenzen decken Gibraltar und das UK. Eine Konzession nach dem GSpG hat bet365 nicht.
Mr Green — kein österreichisches Online-Casino, mit Verurteilung
Mr Green wurde Ende 2021 in Österreich verurteilt, einem in Österreich wohnhaften Spieler die verlorenen Einsätze zurückzuzahlen, da Mr Green über keine österreichische Glücksspielkonzession verfügte. Die Verurteilung wurde am 13. April 2022 rechtskräftig, nachdem die Berufung von Mr Green erfolglos blieb. Diese Entscheidung wurde durch die Pressemitteilung Nr. 76/26 zur Rechtssache C-198/24 dokumentiert. Wer bei Mr Green spielt, spielt bei einer Marke, die bereits einmal rechtskräftig zur Rückzahlung verurteilt wurde.
Tipp3 — österreichische Sportwette, kein Online-Casino
Tipp3 wird von der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. betrieben, Sitz Rennweg 44, 1038 Wien, eingetragen im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter FN 196645i. Tipp3 hat eine Bewilligung nach dem niederösterreichischen Wettgesetz, nicht nach dem GSpG. Sportwetten lizenzieren die Länder, nicht der Bund. Online-Casinospiele der österreichischen Lotterien-Gruppe laufen ausschliesslich auf win2day. Wer Tipp3 als Online-Casino versteht, versteht es falsch — und wird auf Tipp3 auch kein Online-Casino finden.
LeoVegas — kein österreichisches Online-Casino
LeoVegas Gaming PLC, mit Sitz Level 7, Plaza Commercial Center, Bisazza Street, Sliema, SLM 1640, Malta, hält bei der britischen Gambling Commission unter Kontonummer 39198 aktive Fernglücksspiel-Lizenzen für Bingo, Casino und General Betting Standard (Real und Virtual Event). Diese Lizenzen decken Grossbritannien. In Österreich gibt es keine Konzession nach § 12a GSpG, also kein konzessioniertes Online-Casino von LeoVegas.
bwin (ElectraWorks) — kein österreichisches Online-Casino, mit OGH-Urteil
ElectraWorks betreibt die Marke bwin mit Sitz in Gibraltar. Der Oberste Gerichtshof entschied am 25. Juni 2021, dass Spielverträge mit unlizenzierten Online-Glücksspielanbietern nichtig sind; eine Frau aus dem Burgenland erhielt daraufhin von ElectraWorks rund 73.000 Euro Spielverluste zurück. bwin hat in Österreich keine Konzession für Online-Casinospiele.
Das Limit- und Verlustband auf win2day
Die Plattform schreibt keine festen gesetzlichen Limits vor — die Limits sind operatorgesetzt und auf win2day als Pflicht ausgestaltet. Wer spielen will, muss die Limits setzen, und die Limits entscheiden, was auf einer Woche und einem Monat passieren kann.
Das Band liegt zwischen 250 Euro pro Woche für Spieler bis 26 Jahre und bis zu 1.680 Euro pro Kalendermonat für Spieler ab 26 Jahren. Die Untergrenze ist 1 Euro monatlich, und die Obergrenze ist 1.680 Euro monatlich. Wer unter 26 ist, kann die 1.680 Euro nicht erreichen — das Wochenlimit von 250 Euro liegt darunter, aber es ist als Wochenlimit nicht als Monatslimit formuliert. Wer 26 oder älter ist, kann bis 1.680 Euro pro Monat einzahlen, sofern das Konto verifiziert ist und in den letzten 12 Monaten keine Einschränkung bestand. Eine Erhöhung darüber hinaus ist im Pflichtmodell nicht vorgesehen.
Die Bedingung hinter dem Band lautet also: Wer nicht verifiziert ist, wer unter 26 ist, wer eine aktive oder binnen 12 Monaten vorangegangene Einschränkung hat, erreicht die obere Grenze nicht. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann 1.680 Euro pro Monat einzahlen und innerhalb dieser Grenze seine Erhöhungen vornehmen — mit den genannten Wartezeiten.
Diese Konstruktion erklärt, warum win2day keine „Werbeangebote“ der üblichen Bauart hat. Die Limits sind die Werbeantwort: Wer die Plattform nutzt, akzeptiert ihre Bremse.
Häufig gestellte Fragen
Sind Online-Casinos ohne österreichische Konzession legal?
Nein. Online-Glücksspiel ist in Österreich nach § 12a GSpG als Monopol ausgestaltet, und die Konzession hält die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. mit win2day. Jeder andere Anbieter ist ohne Konzession. Der Oberste Gerichtshof hat Spielverträge mit solchen Anbietern für nichtig erklärt.
Welcher Anbieter hat in Österreich eine Konzession für Online-Glücksspiel?
Nur win2day, betrieben von der Österreichischen Lotterien Gesellschaft m.b.H. (Firmenbuch Wien FN 54472 g), bis zum 30. September 2027. Andere Marken in diesem Text — Lottoland, Tipico, Betway, bet365, Mr Green, LeoVegas, bwin, Tipp3 — sind auf dem österreichischen Markt sichtbar, aber ohne GSpG-Konzession.
Kann man Verluste bei einem unlizenzierten Online-Casino zurückfordern?
Ja, nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs sind solche Verträge nichtig, und der Spieler hat grundsätzlich einen Rückforderungsanspruch, solange nicht verjährt. Die Verfahren dauern — die Causa bet-at-home wird seit 2011 durch mehrere Instanzen geführt — und die Durchsetzung ist nicht garantiert. Die Klage muss selbst geführt werden, mit Anwalt und Frist.
Welche Limits gelten auf win2day?
Bis 26 Jahre liegt das Einzahlungslimit bei 250 Euro pro Woche, jeden Freitag um 0:00 Uhr zurückgesetzt. Ab 26 Jahren liegt das Standardlimit zwischen 1 Euro und 1.680 Euro pro Kalendermonat, Erhöhungen unterliegen 24-Stunden- bzw. 7-Tage-Wartezeiten. Eine tägliche Spieldauer-Limit ist Pflicht.
Muss man Casino-Gewinne in Österreich versteuern?
Gewinne privater Spieler sind grundsätzlich nicht einkommensteuerpflichtig. Wer planmässig, mit Gewinnerzielungsabsicht und über einen längeren Zeitraum spielt, kann als Berufsspieler eingestuft werden und unterliegt dann der Einkommensteuer. Bei Unsicherheit ist ein Steuerberater die richtige Adresse.
Was ändert die geplante Reform des Glücksspielgesetzes?
Der Entwurf vom 4. August 2026 sieht eine unabhängige Behörde und offene Fünf-Jahres-Lizenzen ab dem 1. Oktober 2027 vor. Das ist ein Entwurf, kein Gesetz, und die dreimonatige Stillhaltefrist nach der Notifizierung entscheidet, wann das Parlament überhaupt beraten darf. Bis dahin gilt das geltende Recht mit der Monopolstruktur.
Geschrieben von der Redaktion „Casino Mobil Info”.
